Zwischen Nähe, Verantwortung und Loslassen
Tommy Weniger, Mitgründer der Weniger Consulting GbR, über familiäre Dynamiken, Unternehmergeist und die Frage, wie Verantwortung in der Nachfolge wirklich getragen wird
Unternehmersein bedeutet mehr als Aufgaben zu erledigen.
Es heißt, Verantwortung zu tragen, Entscheidungen zu treffen – auch dann, wenn andere längst Pause machen.
Wer ein Familienunternehmen führt, gestaltet nicht nur Arbeit, sondern Vermögen, Beziehungen und Zukunft zugleich.Familienunternehmen sind kein Job – sie sind ein Lebensmodus.
Und genau darin liegt ihre größte Stärke. Und ihre größte Herausforderung.Denn Unternehmensnachfolge beginnt hier nicht mit Verträgen oder Zahlen,
sondern dort, wo Verantwortung neu verteilt wird – wirtschaftlich, emotional und familiär.
Nähe als Dauerzustand – wenn Rollen ineinandergreifen
„Man trennt Privates und Berufliches nicht. Im Familienbetrieb ist man eigentlich 24 Stunden und sieben Tage die Woche aktiv.“
Was Tommy Weniger beschreibt, ist kein Sonderfall, sondern ein Grundmuster von Unternehmerfamilien.
Wo Eigentum, Führung und Familie zusammenfallen, entstehen Dauerpräsenz und emotionale Nähe – mit allen Chancen und Spannungen.
Entscheidungen wirken nicht nur im Unternehmen, sondern auch am Esstisch.
Konflikte sind selten rein sachlich.
Und genau deshalb braucht Nachfolge hier mehr als Organisation – sie braucht Bewusstsein für Rollen.
Verantwortung klar verorten – statt sie zu vermischen
„Man muss möglichst seine Aufgaben finden, in denen man gut ist und die fixieren.“
Viele Unternehmerfamilien geraten unter Druck, weil Verantwortung nicht verteilt, sondern gestapelt wird.
Führung, Eigentum und familiäre Erwartungen liegen oft auf denselben Schultern.
Das Risiko dabei ist nicht fehlender Einsatz – sondern Übersteuerung.
Nachfolge wird so zur Dauerbelastung, statt zur strategischen Weiterentwicklung.
Klarheit entsteht erst, wenn Verantwortung bewusst zugeordnet wird:
- Wer führt?
- Wer entscheidet über Vermögen?
- Und wo endet die unternehmerische Rolle zugunsten der familiären Beziehung?
Nachfolge als Prozess – nicht als Zeitpunkt
„Das Thema Nachfolge war dann eigentlich unausweichlich, weil wir wollten die Tradition erhalten.“
Nachfolge ist kein Ereignis, das man „regelt“.
Sie ist ein jahrelanger Übergang, in dem Vertrauen, Kompetenz und Verantwortung wachsen müssen.
Unternehmer, die diesen Prozess früh beginnen, schaffen Spielräume – emotional wie wirtschaftlich.
Denn genau hier entscheidet sich, ob Vermögen schützt oder bindet.
Und ob Übergabe gestaltet wird – oder später unter Druck stattfindet.
Vertrauen entsteht nicht durch Alter – sondern durch Haltung
„Schon alleine das Alter ist eine starke Hürde. Einfach die Erfahrung, die man vermeintlich nicht hat.“
In Nachfolgeprozessen wird Erfahrung oft mit Kontrolle verwechselt.
Dabei entsteht Vertrauen nicht durch Lebensjahre, sondern durch klare Entscheidungen, Präsenz und Verantwortung im Handeln.
Für Unternehmerfamilien bedeutet das:
Vertrauen wächst dort, wo Verantwortung sichtbar übernommen wird –
und wo Raum für Entwicklung zugelassen wird, ohne Sicherheit leichtfertig zu gefährden.
Loslassen als unternehmerische Entscheidung
„Weitblick, Innovation und vor allen Dingen, dass man sich selber auch ein Stück verwirklichen kann.“ – das macht für Tommy Weniger einen Unternehmer aus.
Loslassen ist kein Rückzug.
Es ist eine aktive unternehmerische Entscheidung.
Gerade erfahrene Unternehmer unterschätzen, wie stark Identität, Macht und Vermögen in dieser Phase miteinander verknüpft sind.
Wer hier nicht bewusst trennt, riskiert stille Abhängigkeiten – finanziell wie emotional.
Nachfolge gelingt dort, wo Loslassen nicht als Verlust verstanden wird,
sondern als Voraussetzung für Wachstum auf beiden Seiten.
Goldpfad-Perspektive: Wenn Macht, Emotion und Vermögen zusammengedacht werden
„Goldpfad bringt die Gesamtbetrachtung … man muss erst die Punkte ringsherum klären.“
Der sensibelste Moment im Unternehmerleben ist nicht der Markt.
Nicht Steuern.
Nicht Inflation.
Es ist der Moment der Übergabe.
Denn hier treffen drei Kräfte aufeinander:
Macht, Emotion und Vermögen.
Goldpfad setzt genau an diesem Schnittpunkt an.
Nicht mit beschönigenden Antworten – sondern mit Klarheit darüber,
welche Hebel in der Nachfolge wirklich entscheiden
und wo klassischer Vermögensschutz zur stillen Falle werden kann.
Häufig gestellte Fragen zur Unternehmensnachfolge im Familienbetrieb
Wie stelle ich sicher, dass mein Unternehmen auch ohne mich stabil und handlungsfähig bleibt?
Eine tragfähige Nachfolge sorgt dafür, dass Führung, Entscheidungswege und Verantwortung frühzeitig klar geregelt sind. Entscheidend ist, dass das Unternehmen nicht von einer Person abhängt, sondern von funktionierenden Strukturen, klaren Rollen und einer Kultur, die Verantwortung trägt – auch über den Übergang hinaus.
Wie gehe ich juristisch und strukturell klug vor, wenn ich Verantwortung übergebe?
Eine saubere Nachfolge braucht mehr als einen Vertrag. Gesellschaftsrechtliche Regelungen, Stimmrechte, Haftungsfragen und steuerliche Weichenstellungen müssen so aufgesetzt sein, dass sie langfristig tragfähig sind und Gestaltungsspielräume erhalten. Wichtig ist, dass rechtliche Struktur und unternehmerische Zielsetzung zusammenpassen.
Wie kann ich mein Vermögen rechtzeitig vor wirtschaftlichen Risiken schützen und langfristig erhalten?
Gerade im Übergang entstehen neue Risiken: Haftung, Abhängigkeiten, Marktveränderungen. Wer frühzeitig Vermögen strukturiert, trennt und absichert, schafft Stabilität – unabhängig davon, wie sich Unternehmen oder Wirtschaft entwickeln. Entscheidend ist, nicht erst zu reagieren, wenn Druck entsteht.
Welche Rolle spielen Persönlichkeit, Emotionen und familiäre Beziehungen in der Nachfolge?
Nachfolge ist immer auch ein persönlicher Prozess. Erwartungen, Loyalitäten und ungeklärte Rollen wirken oft stärker als Zahlen. Wer diese Ebene ignoriert, riskiert Spannungen – wer sie bewusst mitdenkt, schafft Klarheit, Vertrauen und die Grundlage dafür, dass familiäre Beziehungen auch nach der Übergabe tragfähig bleiben.
Wie gelingt ein Nachfolgeprozess, der wirtschaftlich sinnvoll ist und gleichzeitig im Interesse der Inhaberschaft bleibt?
Indem alle Ebenen gemeinsam betrachtet werden: Unternehmen, Vermögen und Mensch. Eine strukturierte, ganzheitliche Begleitung – wie sie Goldpfad bietet – stellt sicher, dass Entscheidungen nicht isoliert getroffen werden, sondern in einem klar geführten Prozess, der Stabilität schafft und den Übergang im Sinne der Inhaberschaft ordnet.
Fazit
Nachfolge beginnt nicht mit dem letzten Arbeitstag.
Sie beginnt dort, wo Nähe, Verantwortung und Klarheit zusammenfinden.
Wenn jeder seinen Platz kennt,
wenn Vertrauen wachsen darf
und wenn Loslassen als Entwicklung verstanden wird,
entsteht Zukunft – für Unternehmen, Vermögen und Unternehmerfamilien.
Damit Ihr Unternehmerweg zu
einem Goldpfad wird.
„Erfolgreiche Umsetzer sind wie Stürmer: Sie haben den Drang zum Tor!“
Elmar Lesch


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